Ab dem ersten Tag im Referendariat bist du selbst dran.

Was sich ändert, was du entscheiden musst und wann.

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Was sich mit dem Dienstantritt ändert

Du bist nicht mehr studentisch- oder familienversichert

Mit der Vereidigung endet die Mitversicherung über die Eltern. Ab diesem Tag brauchst du eine eigene Krankenversicherung — daran führt nichts vorbei.

Dein Dienstherr zahlt mit

Als Beamtin auf Widerruf bekommst du Beihilfe: Der Staat übernimmt einen Teil deiner Krankheitskosten. Den Rest musst du selbst versichern.

Deine Bezüge rechnen anders

Von Anwärterbezügen gehen keine Renten- und Arbeitslosenbeiträge ab, die klassischen Sozialabgaben entfallen. Der größte Abzug ist deine Krankenversicherung — und über deren Höhe entscheidest du selbst.

Gesundheitsfragen zählen ab jetzt

Wer privat versichert sein will, muss durch eine Gesundheitsprüfung. Je früher, desto unkomplizierter — später kommen Vorerkrankungen dazu.

Die eine Entscheidung: gesetzlich oder privat

Für Beamtinnen und Beamte ist die Rechnung eine andere als für Angestellte. Weil dein Dienstherr über die Beihilfe einen großen Teil übernimmt, versicherst du privat nur den Rest — und zahlst deshalb meist deutlich weniger als in der gesetzlichen Kasse, wo du den vollen Beitrag allein trägst.

Wie gut die gesetzliche Variante dasteht, hängt stark vom Bundesland ab. Einige zahlen inzwischen einen pauschalen Zuschuss, wenn man sich für die gesetzliche Kasse entscheidet. Hessen gehört nicht dazu — hier trägst du den vollen Beitrag allein, ohne jede Beteiligung des Dienstherrn.

Trotzdem ist privat nicht automatisch richtig. Es kommt auf deine Gesundheit an, auf deine Familienplanung und darauf, ob der Tarif in dreißig Jahren noch trägt. Genau darüber reden wir.

Termindruck musst du dabei keinen haben: Mit der Verbeamtung vollziehst du einen Statuswechsel und kannst deine gesetzliche Kasse ohne die üblichen Fristen verlassen.

Ausführlich: Krankenversicherung für Beamte

Was Hessen anders macht

Im Referendariat beziehst du Anwärterbezüge — und dafür gilt in Hessen eine eigene Regel: Dein Beihilfesatz liegt einheitlich bei 70 Prozent, nicht bei den 50 Prozent, die aktive Beamtinnen und Beamte sonst bekommen. Privat abzusichern bleiben also nur 30 Prozent. Diese Regelung gilt seit November 2021 und ist die großzügigste Anwärterregelung aller Bundesländer.

Ambulant70 % Beihilfe, 30 % versicherst du selbst
Im Krankenhaus85 % Beihilfe, 15 % bleiben bei dir
AngehörigeDer Satz steigt nicht weiter — die 70 % gelten bereits einheitlich
KostendämpfungspauschaleGibt es in Hessen nicht — der Bund und mehrere Länder ziehen jährlich einen festen Eigenanteil ab
EigenbehalteFallen trotzdem an: 4,50 € je Arzneimittel, 10 € je Fahrt, 10 % bei Hilfsmitteln
AntragsfristEin Jahr ab Entstehen der Kosten, danach verfällt der Anspruch
ZuständigRegierungspräsidium Kassel, Dezernat Beihilfen

Rechtsgrundlage: § 15 Hessische Beihilfeverordnung. Achte darauf, dass dein Tarif zu diesen 30 Prozent passt — und dass er mitgeht, wenn sich der Satz nach dem Referendariat ändert.

Das größte Risiko liegt ausgerechnet jetzt

Als Beamtin auf Widerruf hast du noch keinen Versorgungsanspruch. Wer im Referendariat dienstunfähig wird, bekommt keine Pension — das Dienstverhältnis wird beendet. Danach stehst du ohne Absicherung da, in einem Alter, in dem kaum jemand damit rechnet.

Und das Risiko ist hier real. Das Referendariat ist die Phase, in der sich zeigt, ob jemand den Anforderungen des Berufs dauerhaft standhält. Abbrüche wegen psychischer Belastung sind keine Ausnahme, sondern kommen regelmäßig vor.

Deshalb ist die Absicherung der Arbeitskraft im Referendariat nicht der zweite Schritt nach der Krankenversicherung, sondern gehört daneben. Wer sie aufschiebt, bis das Gehalt besser ist, schiebt sie in die Zeit, in der sie weniger dringend wäre.

Zum Mitnehmen

Ich habe einen Leitfaden geschrieben, der genau diese Entscheidung durchgeht: die Beihilfesätze in Hessen, eine Beispielrechnung zur gesetzlichen Kasse, worauf du bei einem Tarif achten solltest und wie der Wechsel abläuft. 18 Seiten, ohne Fachchinesisch, mit Checkliste zum Abhaken.

Leitfaden herunterladen (PDF, 18 Seiten)

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